Die Rasse

Die Geschichte des Golden Retrievers
Dieser schöne und elegante Retriever hat seine Wurzeln in Schottland. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts züchtete der jagdbegeisterte Adlige, Sir Dudley Coutts Marjoribanks, der erste Lord Tweedmouth, auf seinem Landsitz „Guisachan House” bei Inverness die ersten Golden Retrievers.Seinen sorgfältig geführten Zuchtbüchern können wir entnehmen, dass die Stammhunde ein männlicher Wavy coated Retriever (heute als Flat coated Retriever bekannt) von gelber Farbe und eine Tweed Water Spanielhündin von heller Leberfarbe waren. Die Tweed Water Spaniels sind ausgestorben und waren schon zur damaligen Zeit ausserhalb des Grenzgebietes zwischen England und Schottland sehr selten.Ihr Aussehen war retrieverähnlich, jedoch kleiner, mit einem welligen, leberfarbigen, wasserabweisenden Haarkleid. Sie waren wasserbegeisterte und äusserst ausdauernde Apportierhunde..

Der St. John’s Dog wurde vor ca. 500 Jahren von englischen Fischern nach Neufundland gebracht. Die Aufgabe dieser schwimmbegeisterten Hunde war Schiffstaue und aus den Netzen springende Fische zu apportieren. Später errichteten die Fischer Siedlungen entlang der Küste. Sie begannen Federwild zu bejagen und benötigten dazu einen Hund mit guten jagdlichen Eigenschaften. Da sie auf Neufundland offenbar keine geeigneten Hunde fanden, benützten sie aus England stammende Hunde zur Zucht. Der St. John’s Dog besass eine vorzügliche Nase und sein Wesen war sehr ausgeglichen und gutartig. Zudem war er ein ausgezeichneter und ausdauernder Schwimmer. – Ungefähr 250 Jahre später kamen St. John’s Hunde mit Handelsschiffen nach England (Poole) und Schottland (Greenock). Dank ihres ausgeprägten Apportiertriebes und der hervorragenden Nase gelangten einige dieser Hunde in den Besitz des Landadels. Sie wurden vorallem als Jagdhunde eingesetzt. Der St. John’s Dog wurde zudem zur Zuchtbasis aller auf der britischen Insel kreierten Retriever Rassen..

Im ersten Golden Retriever-Wurf lagen vier gelbe Welpen: der Rüde „Crocus” und die Hündinnen „Cowslip”, „Primrose” und „Ada”. Der Rüde und eine Hündin wurden an Freunde oder Verwandte zur Zucht weitergegeben. „Cowslip” und „Primrose” behielt der Lord und züchtete zwischen 1868 und 1890 in sorgfältiger Linienzucht weiter. Er kreuzte zwei schwarze Retriever, einen weiteren Tweed Water Spaniel, einen roten Irischen Setter sowie einen sandfarbenen Bluthund ein und schuf so den Grundstein für eine neue Rasse: den Golden Retriever.

Ziel der damaligen Zucht war ein brauchbarer Jagdhund, für die Arbeit nach dem Schuss. Die Züchter waren stets bemüht, die Leistungsfähigkeit und Jagdeignung zu verbessern. 1913 wurde der „Golden Retriever Club” gegründet und der erste Standard für die Rasse formuliert. Der Kennel Club trennte die Rasse von den andern Retrievers und klassifizierte sie unter „Golden” oder „Yellow Retrievers”.

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Rassestandard
UrsprungslandGroßbritannien
Allgemeines ErscheinungsbildSymmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichene Bewegung; kernig bei freundlichem Ausdruck.
CharakteristikaWille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten.
WesenStets freundlich, sowohl Menschen als auch Tieren gegenüber, liebenswürdig und zutraulich.
Kopf und SchädelAusgeglichen und wohlgeformt, breiter Oberkopf, ohne grob zu sein, gut auf dem Hals sitzend, kräftiger, breiter und tiefer Fang. Fang von annähernd gleicher Länge wie der Schädel, ausgeprägter Stop. Nase schwarz.
AugenDunkelbraun, weit voneinander eingesetzt, dunkle Lidränder.
BehangMittelgroß, ungefähr in Höhe der Augen angesetzt.
GebißKräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
HalsVon guter Länge, trocken und muskulös, keine Wamme.
VorhandVorderläufe gerade mit kräftigen Knochen, Schultern gut zurückliegend, langes Schulterblatt bei gleicher Oberarmlänge, dadurch gut unter den Rumpf gestellt. Ellenbogen gut anliegend. Von vorne gesehen sollen die Vorderläufe und Ellenbogen gerade stehen, weder nach innen, noch nach außen gedreht. Die Vorderläufe sollen kräftige Knochen aufweisen, die das Gewicht des Hundes mit Leichtigkeit tragen. Der Rücken sollte eine gerade Linie vom Widerrist zum Rutenansatz bilden und weder abfallend noch hochgezogen sein.
GebäudeAusgeglichen, kurz in der Lendenpartie, mächtiger Brustkorb. Rippen tief und gut gewölbt. Gerade obere Linie.
HinterhandLende und Läufe kräftig und muskulös. Unterschenkel von guter Länge, gut gewinkelte Kniegelenke. Tiefe Sprunggelenke, die, von hinten betrachtet, gerade sind, nicht ein- oder ausdrehend. Kuhhessigkeit ist im höchsten Maße unerwünscht. Die kräftige Muskulatur der Lendenpartie geht in eine ebenso kräftige Hinterhand über. Der Oberschenkel ist sowohl breit wie auch muskulös, der Unterschenkel lang, der Knochen zwischen Sprunggelenk und Pfote kurz.
PfotenRund und geschlossen, nicht zu groß. Die Zehen nicht zu lang und gut gekrümmt, die Ballen ausgebildet und kräftig. Katzenpfoten.
RuteIn Höhe der Rückenlinie angesetzt und getragen, bis zu den Sprunggelenken reichend, ohne Biegung am Rutenende. Der Rutenansatz verläuft in einer Linie mit dem Rücken. Die Rute wird gerade getragen, entweder in der Höhe des Rückens oder ein wenig darüber, aber weder hoch über dem Rücken getragen noch herunterhängend zwischen den Hinterläufen. Sie sollte auf der Unterseite eine gute Befederung aufweisen.
Gangart/BewegungKraftvoll mit gutem Schub. Gerade und parallel in Vor- und Hinterhand. Vortritt ausgreifend und frei, dabei in der Vorhand ohne ein Zeichen des Steppens. In der Bewegung sollte der Golden Retriever ein flüssiges, raumgreifendes Gangwerk zeigen mit viel Schub aus der Hinterhand. Die Vorderläufe werden dabei nicht zu hoch gehoben, die Pfoten und der Vordermittelfuß drehen sich weder ein- noch auswärts. Die Beine bewegen sich parallel.
HaarkleidGlatt oder wellig mit guter Befederung, dichte wasserabstoßende Unterwolle.
FarbeJede Schattierung von Gold oder cremefarben, weder rot noch Mahagoni. Einige wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust, sind zulässig.
GrößeSchulterhöhe: Rüden 56-61 cm, Hündinnen 51-56 cm.
FehlerJede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
AnmerkungRüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.